"Taranee" FAQ

 

 

Leser, die eine der ersten Auflagen meines Buchs erworben haben (natürlich auch sonstige Interessierte, wobei eine gewisse Spoilergefahr besteht), können sich hier kostenlos das Personenverzeichnis und den Anhang für Lesekreise als pdf herunterladen.

 

Über den Kontaktbutton habt ihr die Möglichkeit, mir Fragen zu Taranee - Zeiten des Zweifels zu stellen. Die häufigsten Fragen werde ich dann mit Antworten hier einstellen.

 

Welche Leser möchtest du mit deinem Roman ansprechen?

Mein Buch ist an Leser gerichtet, die vor einer Hauptfigur, die man als Leser gerne schütteln würde, nicht zurückschrecken und Spaß daran haben, sich auch selbst Gedanken über die Motivationen der Charaktere zu machen.

Taranee - Zeiten des Zweifels, ist zwar durchaus eine Liebesgeschichte (streng genommen sogar mehrere), aber eine mit dunklen Seiten - und zwar in zweierlei Hinsicht. Ich wollte keinen typischen Liebesroman schreiben, in der die Figuren glattgebügelt und Lebensumstände perfekt sind, niemand jemals wirklich arbeiten muss oder realistische Probleme hat und das Liebespaar sich nach einigen Missverständnissen findet und glücklich in den siebten Himmel entschwebt. Stattdessen wollte ich meine Hauptfigur durch die Höhen und Tiefen ihres (Liebes)Lebens begleiten, ohne dabei nur die Beziehung zu ihrer großen Liebe herauszugreifen und ohne einfach wie im Märchen an der Stelle abzuschneiden, an der das Liebespaar sich findet.
Tara ist im Grunde eine Antiheldin, und wem das nicht liegt, der sollte sich entweder einen anderen Sympathieträger in der Geschichte suchen oder die Finger von dem Buch lassen. Tara hat eine ganze Menge Schwächen und Unzulänglichkeiten. Sie macht nicht nur sich selbst, sondern auch den Lesern gerne etwas vor, weshalb es Zeit braucht, mit ihr warm zu werden - und die Bereitschaft, ihre Motive und vor allem ihre Ängste nachzuvollziehen. Manchmal möchte man sie anschreien, weil sie nicht über ihren Schatten springen kann und sich dadurch immer tiefer in ihre Probleme verstrickt. Und trotzdem hoffe ich, dass die Leser auch spüren, warum sie so handelt, und sie deshalb letztendlich doch dem ein oder anderen ans Herz wächst.

 

Kannst du ein wenig mehr über den Schauplatz deines Romans erzählen?

Gerne. Vellberg ist eine ziemlich kleine Stadt in der fränkischen Provinz. Auf der einen Seite ein anerkannter Erholungsort, auf der anderen Seite aber natürlich ein Kulturschock für jemanden, der wie Tara aus Hamburg dorthin kommt. 1986 waren die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr dort noch ziemlich katastrophal, ohne Auto ging es eigentlich gar nicht, gerade für junge Leute, die auch ein bisschen was erleben möchten. Hinzu kommt, dass die Franken eine ganz andere Mentalität haben als beispielsweise die Westfalen (ich wohne ja inzwischen seit über zehn Jahren in Bielefeld). Sie gehen sehr offen auf jeden zu und verwickeln einen gerne in - auch persönliche - Gespräche. Eine Eigenschaft, die ich persönlich sehr charmant finde und auch vermisst habe, als ich zum Studium weggegangen bin. Auf die Einzelgängerin Tara hingegen wirken die Vellberger anfangs nur aufdringlich und bedrohlich - aus Gründen, die zunächst teilweise im Dunkeln bleiben.

Wichtig für die Handlung ist außerdem, dass Vellberg im Bereich der ehemaligen amerikanischen Besatzungszone liegt. Aus diesem Grund tauchen auch immer wieder Charaktere mit amerikanischen Namen und Aussehen in meiner Geschichte auf, z.B. Rose und ihre Familie oder Inspektor Blemish. Schwäbisch Hall war nämlich Standort einer amerikanischen Kaserne, der dolan barracks, die gegen Ende auch eine Rolle in meinem Roman spielt.

Das ist übrigens ein Bild von Vellberg, das von meinem Elternhaus dort aufgenommen wurde. Auf der linken Seite sieht man die Stöckenburg Kirche, rechts dahinter liegt der Dürrsching, wo Tara später wohnt. Das Bühlertal, in dem Taras erstes Haus steht, ist natürlich nicht zu sehen, das liegt zu weit unten. Aber rechts sieht man das Städtletor des historischen Stadtkerns (der Turm) und daneben ein Stückchen vom Vellberger Schloss - in dem in Wirklichkeit allerdings kein Graf wohnt.

Noch mehr über Vellberg (inklusive virtueller Stadtführung) erfahrt ihr auf der Internetpräsenz der Stadt: www.vellberg.de.

 

Warum versteigt sich Tara so dermaßen in die Sache mit Dirk?

Taras Vernarrtheit in Dirk ist einer der Knackpunkte vor allem zu Anfang der Geschichte. Ich behaupt mal, dass sich kein vernünftiges Mädchen derart schnell in Dirk verlieben würde - falls überhaupt. Dass Tara sich von ihm so sehr angezogen fühlt, liegt zum einen daran, dass er der einzige ist, der sie in der neuen Umgebung nicht bedrängt. Sie ist einsam und sucht instinktiv nach einem Ersatz für Jonas, der sich ja zu Anfang über seine Absicht, ihr zu folgen, sehr bedeckt hält. Letzlich ist Tara zu diesem Zeitpunkt aber grundsätzlich noch nicht reif für eine Beziehung, weshalb sie Dirks anfängliche Annäherungsversuche auch abblockt und sich erst wirklich für ihn zu interessieren beginnt, als er kein Interesse mehr an ihr zeigt. Sie himmelt letztlich nur das Bild an, das sie sich von Dirk gemacht hat, und versteigt sich in ihre märchenhafte Vorstellung ihrer gemeinsamen Zukunft. Mit der Realität hat das nichts zu tun. Aus diesem Grund reagiert sie am Ende von Kapitel eins auch so aufbrausend auf Jonas, der den Nagel auf den Kopf tritt. Dirks Verlobung nimmt sie dann vor allem deshalb so mit, weil mit ihr Taras Kleinmädchenträume endgültig zu platzen scheinen. Dazu passt auch, dass sie wieder abblockt, als Dirk ihr während der Feierlichkeiten körperlich nahekommen will.

Dasselbe Verhaltensmuster lässt sich im Übrigen auch bei Taras anderen frühen Beziehungen beobachten.

 

Im ersten Teil deiner Saga bleiben einige der Nebencharaktere (z.B. Bruno, Malte) ziemlich undurchsichtig. Warum hast du dich dagegen entschieden, mehr über sie zu verraten?

Der Grund, dass vor allem die Hintergründe von Taras Männern im ersten Teil offen bleiben, ist zum einen natürlich der streng personalen Perspektive meines Romans geschuldet, vor allem aber dem Thrillerelement zum Ende des ersten Teils hin. Wenn ich mehr über die Figuren preisgegeben hätte, wäre zum rätseln viel weniger übrig geblieben. Außerdem ist generell so, dass in meinem Roman Szenen ausschließlich aus Sicht von Tara und ihren Nachkommen erzählt werden. Dafür habe ich mich entschieden, da es schließlich eine Familiensaga ist. Auch im zweiten Teil (der die Geschichte von Taras Kindern erzählt) werden also nur diejenigen Personen aus ihrer Sicht berichten dürfen, die mit Tara blutsverwandt sind. Das hat zwangsläufig zur Folge, dass man über die Gefühle und Gedanken der anderen Charaktere nur das erfährt, was diese preisgeben. Auf jeden Fall werden aber Bruno und auch Malte im zweiten Teil der Saga noch eine Rolle spielen, so dass die Leser die Möglichkeit haben werden, sie in diesem noch näher kennenzulernen.

 

 

 

 

© 2014 Kristin B. Sword

Kristin B. Sword